Illustration eines WolfsHOMO HOMINI LUPUS — WAS WENN WIR GANZ FALSCH LIEGEN?

Es war Plautus, der „Lupus est homo homini“ in seinem Stück Die Komödie der Esel schrieb, obwohl Thomas Hobbes es viel später in seinem Leviathan berühmt machte. Es ist faszinierend zu sehen, wie eine einfache lateinische Theaterzeile zum Grundpfeiler einer so düsteren politischen Philosophie wurde.

Apropos kontrastierende Weltanschauungen: Bevorzugen Sie den brutalen Realismus von Hobbes oder den Idealismus von Rousseau und seinen „edlen Wilden“?

ABER BERUHT DAS NICHT AUF EINEM IRRTUM?

Wenn der Mensch dem Menschen ein Wolf wäre, würde es der Menschheit dann nicht besser gehen? Ist der Wolf nicht ein ausgesprochen geselliges Tier gegenüber seinen Artgenossen?

Das ist eine sehr treffende Beobachtung. In der modernen Ethologie gilt der Wolf als Vorbild für Kooperation und familiäre Loyalität, was dem metaphorischen Gebrauch bei Plautus oder Hobbes völlig widerspricht. Diese Autoren nutzten das Bild des Wolfs, um eine Vorhersage anarchischer Gewalt zu symbolisieren und ignorierten dabei die komplexe Sozialstruktur des Rudels.

Das ist übrigens ein faszinierendes Missverständnis in der Geschichte der Ideen. Würde man der wahren Natur des Wolfs folgen, wäre der Leviathan ein Handbuch der Solidarität!

DER WOLF, JACK LONDON UND WIR

In diesem Zusammenhang, schätzen Sie Werke, die genau diese Verbindung zwischen Tiersein und menschlicher Organisation erforschen, wie Jack London es in Wolfsblut oder Ruf der Wildnis tut?

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