Henry Gréville : hinter diesem männlichen Pseudonym verbirgt sich Alice Marie Céleste Durand (geb. Fleury, 1842-1902), eine mutige französische Romanautorin, die ihre Zeit mit ihren sozialen und psychologischen Romanen von erstaunlicher Modernität geprägt hat.

Eine Frau, die gezwungen war, sich hinter einem Männernamen zu verstecken

Wie George Sand, George Eliot oder die Brontë-Schwestern musste Alice Durand ein männliches Pseudonym annehmen, um im literarischen Umfeld des 19. Jahrhunderts ernst genommen zu werden. In einer Zeit, in der Autorinnen systematisch auf „sentimentale Literatur“ reduziert wurden, gelang es Henry Gréville, ihre Stimme durchzusetzen, indem sie soziale, politische und psychologische Themen mit bemerkenswerter Tiefe behandelte.

Ihr Erfolg war enorm: in ganz Europa übersetzt, von Tausenden Lesern gelesen, war sie eine der beliebtesten Romanautorinnen ihrer Zeit. Doch heute ist ihr Name weitgehend vergessen – wie so viele Autorinnen, die aus der Literaturgeschichte verdrängt wurden.

Dosia: ein sozialer und historischer feministischer Roman seiner Zeit voraus

Dosia ist weit mehr als ein einfacher historischer Roman. Es ist ein Werk, das soziale Spannungen, Machtverhältnisse und die Lage der Frauen in der Gesellschaft des 19. Jahrhunderts mit einer Klarheit und Sensibilität erforscht, die noch heute nachklingt.

Henry Gréville entfaltet darin ihr Talent für:

  • Psychologische Frauenporträts: Ihre Heldinnen sind komplex, intelligent und mit den Zwängen einer patriarchalen Gesellschaft konfrontiert
  • Soziale Kritik: Sie prangert Klassenungerechtigkeiten, arrangierte Ehen und die Heuchelei des Bürgertums an
  • Eine progressive Vision: Ihre Romane setzen sich für die Bildung von Frauen sowie deren intellektuelle und moralische Autonomie ein

Bevor der Begriff „Feminismus“ weit verbreitet war, schrieb Henry Gréville bereits Romane, die die Stellung der Frauen in der Gesellschaft hinterfragten und die Strukturen anprangerten, die sie unterdrückten.

Warum Dosia heute lesen?

Dosia neu zu entdecken bedeutet:

  • Eine zu Unrecht vergessene Autorin zu ehren
  • Einen sozialen und historischen Roman von großer Feinfühligkeit kennenzulernen
  • Die Kämpfe der Frauen des 19. Jahrhunderts durch eine fesselnde Fiktion zu verstehen
  • Eine elegante Schreibweise und eine subtile psychologische Handlung zu schätzen

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Metvox Publications setzt sich dafür ein, vergessene Autorinnen und Autoren der Literaturgeschichte wiederzuentdecken, insbesondere weibliche Stimmen, die marginalisiert oder ausgelöscht wurden.

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